Hitzeakklimatisation
Anpassung des Körpers an hohe Temperaturen
Bei
plötzlichen Klimaänderungen ist es sinnvoll den Körper an die neuen Bedingungen anzupassen. Die Anpassung (Aklimatisation) geschieht jedoch nicht in Körperruhe, sondern nur unter Trainingsbelastung. Das "Hitzetraining" sollte jedoch gewissen Regeln folgen, um Gesundheitliche Schäden zu vermeiden.
Voraussetzung einer Aklimatisation ist die Erhöhung der Körperkerntemperatur durch das Training auf 39 - 40 °C. Schwankungen von 37 +/- 3° werden vom Körper noch ausreichend tolleriert. Höhere Temperaturen sind jedoch in jedem Fall zu vermeiden (Köperkemperaturen über 41° werden von den Körperzellen nur kurzzeitig überlebt).
Es ist zu vermeiden, sich vor einem Hitzetraining, in gekühlten Räumen aufzuhalten. Der Körper hat sonst keine Möglichkeit sich genügend an die Hitzebelastung anzupassen. (Ausnahme bilden Wettkämpfe, nach bereits vollzogener Akklimatisation. Hier ist es sinnvoll die Zeit vor dem Start möglichst lange in kühlen Räumen zu verberingen).
Die Belastungs - HF sollte nicht mehr als 10 Schläge über der normalen Trainings - HF liegen.
Die Belastungsdauer sollte auf ca. 40 - 60min begrenzt werden.
Besonderes Augenmerk ist auf die Flüssigkeitszufuhr zu richten, da ab einer Außentemperatur von >29° die Schweißproduktion deutlich zunimmt. Die erhöhte Trinkmenge während dem Training (250 ml/15 min mit 1 - max 3 g/l Kochsalz) sollte daher von einem halben Liter Flüssigkeit vor dem Training ergänzt werden.
Die
Anpassungsdauer liegt im Mittel bei
fünf Tagen. In dieser Zeit kommt es zu den wesentlichen Anpassungsvorgängen, durch welche die Hitze den Körper weniger belastet:
Zunächst kommt es durch eine Sollwertverschiebung im Wärmezentrum des Gehirns zu einer Abkühlung des Körperkerns. Durch diese Verschiebung resultiert eine größere Differenz zur Außentemperatur was einem empfindlicheren Meßfühler gleichkommt. Dieser reagiert dadruch schon bei geringeren Temperaturanstiegen mit einer erhöhten Schweißproduktion.
Der gebildete Schweiß ist im Vergleich zu nichtakklimatisierten Personen weniger mineralhaltig, was den Verlust dieser Stoffgruppe mindert.
Die HF steigt nach Akklimatisation weniger stark an. Parallel dazu kommt es jedoch zu einer Zunahme des Schlagvolumens, wodurch sich das HZV (Herzzeitvolumen) nicht ändert.
Trainiert man an heißen Tagen innerhalb
geschlossener Räume ist zu beachten, dass hier die Abkühlung durch den mangelnden Fahrtwind deutlich schlechter ist. Daher ist besonders auf den erhöhten Flüssigkeitsbedarf und eine der Umgebungsbediungen angepasste Bekleidung zu achten (lockere Baumwollbekleidung).
Bei einem Training in
klimatisierten Räumen, sollte die Klimaanlage den Raum nicht mehr als 5° Celsius abkühlen. Besser verträglich für das Herzkreislaufsystem sind jedoch max. 3° Celsius.