Muskelfasertypen

Verteilung der unterschiedlichen Muskelfaserarten und Veränderungen der Fasertypen durch spezifisches Training

Man unterscheidet zwei Fasertypen:

  • Typ-I-Fasern (slow twitch fibres):

  • Sie weisen einen kleineren Durchmesser als die Typ II Fasern auf und werden aufgrund ihrer hohen Kapillardichte (30% größer als bei Typ II) auch rote Muskelfasern genannt. Zusammen mit dem hohen Myoglobingehalt und der höheren Triglyceridspeicherkapazität sind diese Fasern optimal für Dauerbelastungen ausgelegt. Der adäquate Trainingsreiz ist das Ausdauertraining.

  • Typ-II-Fasern (fast twitch fibres):

  • Ihr Durchmesser ist größer als bei den ST-Fasern und ihre Kontraktionszeit kürzer. Bei gleichzeitig hoher potentieller Kraftentwicklung eignen sich diese Fasern damit besonders für schnelle kraftvolle Bewegungen. Ihre Hauptenergiequelle sind die Kohlenhydrate und weniger die Fette. Optimaler Trainingsreiz ist das Kraft- und Schnellkrafttraining.

    Bei den Typ-II-Fasern werden noch 3 weitere Untergruppen unterschieden:
    Typ-IIa (entspricht einer Art Übergangsfaser zwischen Typ-I und IIb: hohe Kraft bei vergleichsweise hohem Ausdauerpotential)
    Typ-IIb (entspricht der typischen Fast-twitch-fibre mit hoher potentieller Kraftentwicklung bei niedriger Ausdauerleistung)
    Typ-IIc (sehr seltener undifferenzierter Fasertyp mit der Fähigkeit zur Veränderung seiner Charakteristika in Richtung ST- oder FT-Fasern)




    Muskelquerschnitt (untrainiert)
    Muskelquerschnitt (untrainiert)
    Faserverteilung:

    Die Verteilung der Muskelfasertypen ist interindividuell stark verschieden und variiert auch von Muskel zu Muskel. So weist der Biceps einen großen Anteil an Typ II Fasern auf, während die Wadenmuskulatur mehr Typ I Fasern enthält.

    Die Art der Zusammensetzung scheint also von der Art der Beanspruchung abzuhängen. Ausdauersportler zum Beispiel haben vermehrt Typ-I-, Sprinter hauptsächlich Typ-II-Fasern, während Gewichtheber eher eine ausgeglichene Verteilung beider Fasertypen zeigen.
    Muskelquerschnitt (ausdauertrainiert)
    Muskelquerschnitt (ausdauertrainiert)
    Jedoch der Grund dafür, dass bei Spitzensportlern eine Faserart vermehrt aufgefunden wird, liegt vermutlich zum großen Teil daran, dass ihre persönliche Faserkonstitution ihnen das Erreichen der Weltspitze erst ermöglicht hat.

    Zwar zeigte Pette et al. (1973) tierexperimentell die Möglichkeit auf, durch elektrische Stimulation die Faserarten in beide Richtungen umzuwandeln, jedoch weist Bouchard et al. (1994) darauf hin, dass offenbar nur ca. 20% der Muskelfaserzusammensetzung durch Training veränderbar ist. Daran wird deutlich, dass die Genetik eine Große Rolle in der Leistungsentwicklung spielt.

    Trappe et al. (2005) untersuchten 7 Freizeitsportler vor, während und nach einem 13 wöchigen Ausdauertraining. Sie nahmen Biopsien aus der Wade der Sportler und fanden eine Volumenreduktion der Fast- und Slow-Twitch Fibres um 20%, bei gleichzeitiger Verbesserung der Kraft(um 18%) und Schnelligkeit (um 28%)in den Typ IIa Fasern.