Theorie

Muskelkrampf

Wadenkrämpfe und andere Muskelkrämpfe sind schmerzhafte Spontankontraktion eines Muskels

Bei einem Muskelkrampf handelt es sich um hochfrequente Entladung von Aktionspotentialen die mit einer spontane Depolarisation des Muskelfasermembranen einhergehen. Ursache ist eine herabgesetzte Reizschwelle. Es resultiert eine unwillkürliche, schmerzhafte Kontraktion eines Muskels oder von Muskelanteilen. Durch die herabgesetzte Reizschwelle können selbst kleine Muskelbeanspruchungen einen solchen Krampf auslösen.

Die genauen Ursachen eines Muskelkrampfes ist Zellphysiologisch noch nicht genau geklärt, jedoch lassen sich Faktoren benennen, welche das Auftreten von Muskelkrämpfen begünstigen:

  • Elektrolytverschiebungen und Flüssigkeitsverluste (häufigste Auslöser) bes. nach ungewohnten Ausdauer und Kraftbelastungen unter Hitzebedingungen. (achten sie auf ausreichende Elektrolytzufuhr) Sportgetränke
  • Metabolische Azidose (zu starke Übersäuerung der Muskulatur sollte durch rechzeitige KH-Zufuhr und ausreichende Cooldownphasen vermieden werden)
  • Kälte (auf angemessene Kleidung achten)
  • Medikamente (z.B. ß-Blocker mit ISA, ß-Sympathomimetika, Ca-Antagonisten, Diuretika)Dewarrat et al.1994
  • Schwangerschaft


  • Da es auch schmerzhafte Muskelkontraktionen anderer Genese gibt (z.B. zentrale Störungen der Motorik, oder endokrine Erkrankungen), sollte bei regelmäßig auftretenden unerklärlichen Krämpfen der Arzt konsultiert werden.

    Am häufigsten betroffen sind die Waden-, Oberschenkel-, Zehen-, und Fingermuskulatur.


    Therapie: Als erste therapeutische Maßnahme sollte der betroffene Muskel gedehnt werden. Die Erschlaffung des Muskels wird dabei durch eine Dehnung der Sehnenspindel erreicht. Dabei ist wichtig, dass die Dehnung mehr als 7 Sekunden durchgeführt wird, da sonst durch Aktivierung der Muskelspindeln der gegenteilige Effekt eintreten wird (Geiger, 1997).
    Sofern eine Elektrolytverschiebung vorliegt gilt es diese auszugleichen. Die Gabe von Magnesium-Aspartat/ -Citrat vermag die Reizschwelle zu erhöhen und dadurch die Krampfneigung zu minimieren (Geiger, 1997).
    Nächtliche Wadenkrämpfe können ggf. durch regelmäßige Dehnübungen vermieden werden (Daniell, 1979)

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