Muskelverletzungen
Muskelzerrung, Muskelfaserriss, Muskelabriss

Die Verletzungen treten insbesondere am Übergang zwischen Muskulatur und Sehnengewebe auf und entstehen meist bei raschen Beschleunigungs- bzw. Abbremsbewegungen. Der Grund dafür sind die hierbei entstehenden hohen intramuskulären Spannungsspitzen. Da besonders die unaufgewärmte Muskulatur gefährdet ist, sollte bei "Risikosportarten", wie den meisten Ballsportarten (Fußball, Squash, Badminton) auf eine ausreichende Aufwärmphase geachtet werden.
Je nach Ausmaß der Strukturzerstörung unterscheidet man:
Muskelzerrung

Der krampfartige Schmerz tritt nach Überlastung meist rasch auf und ist gut lokalisierbar. Da die Intensität des Schmerzes in der ersten Phase nach der Verletzung etwas zurück geht, unterbrechen viele Sportler ihre Aktivität oft erst mit einer Verzögerung. Charakteristisch für den Schmerz ist eine Verstärkung durch Druck auf die betroffene Stelle (Druckschmerz) und Schmerzen bei Anspannung (Anspannungsschmerz) des jeweiligen Muskels. Um die Heilung zu unterstützen sollte der Bereich mind. 1-2Wochen lang geschont werden bevor das Training wieder aufgenommen wird. Akutbehandlung s.u..
Muskelfaserriss

Die Regenerationsfähigkeit der Muskulatur ist relativ hoch, so dass die Therapie, wie bei der Muskelzerrung, konservativ bleibt. Die verletzte Muskulatur heilt jedoch unter Bildung von Narbengewebe (Defektheilung), welches weniger elastisch ist als das umliegende Muskelgewebe. Infolge dessen ist das Grenzgewebe zwischen Narbe und Muskulatur besonders anfällig für weitere Verletzungen. Die benötigte Regenerationszeit beträgt je nach Ausmaß der betroffenen Muskelstruktur ca. 2-6 Wochen. Bei Wiederaufnahme des Trainings sollte man besonders vorsichtig vorgehen und dem Körper die Möglichkeit geben den geschwächten Bereich an die neue Belastung zu gewöhnen.
Muskel(ab)riss

Durch eine gewisse Eigenelastizität zieht sich die Muskulatur auf beiden Seiten des Risses zurück, so dass neben der entstehenden Delle meist ein Muskelwulst ober- oder unterhalb des Risses tastbar wird. In den meisten Fällen werden solche ausgeprägten Verletzungen operiert um die Funktionalität wieder herzustellen. Eine Ausnahme bildet oft die lange Bicepssehne, da ein Riss der Gleichen die Kraft des Armes nur unwesentlich einschränkt. Hier wird die OP Indikation meist in Abhängigkeit vom sportlichen Anspruch des Patienten gestellt, oder aus ästhetischen Gründen operiert.
Die Genesungszeit liegt in der Regel zwischen 2 und 4 Monaten (je nach betroffenem Muskel).
THERAPIE:
Die Akutbehandlung der oben genannten Muskelverletzungen besteht aus folgenden Punkten:
Ziel dieser sogenannten PECH-Regel ist es die Einblutung in das Gewebe soweit wie möglich zu reduzieren. Passive Bewegungen und Massagen erhöhen die Durchblutung und sind daher zu vermeiden.


